NATURHEILZENTRUM HOLLMANN / BREIDENBACH
EBV, CFS Schwerpunktzentrum Diagnostik - Therapie - Forschung. Seit 1980 in Wuppertal vertreten.
Toxoplasmose: Verändert ein Parasit das menschliche Wesen?
Jeder zweite Europäer soll infiziert sein, doch der vermeintlich harmlose Parasit kann wohl das menschliche Wesen verändern.

Toxoplasmose ist eine in Deutschland weit verbreitete Infektionskrankheit, ca.50% der Bevölkerung trägt den Erreger der Toxoplasmose in sich. Infiziert werden Menschen oft, wenn sie nicht durchgegartes Fleisch von befallenen Nutztieren, wie Schwein, Schaf oder Ziege essen. Gerade bei schwangeren Frauen und ihrem Kind ist die Krankheit sehr gefährlich. Trägt eine werdende Mutter den Toxoplasmose Erreger in sich, so können Fehlgeburten oder irreparable Schäden beim Kind entstehen. So wird zum Beispiel Schizophrenie mit Toxoplasmose in Verbindung gebracht. Ansonsten wurde die Infektion von der allgemeinen Medizin bisher als "harmlos" betrachtet bis der Evolutionsbiologe Jaroslav Flegr an der Universität Prag in den 1990er Jahren feststellte, dass der intrazelluläre Parasit Toxoplasma gondii seinen Wirt beeinflussen kann. Seine These galt damals als gewagt und nicht ausreichend beweisbar. Heute haben mehrere Studien Beweise für Flegrs These gefunden: die Beeinträchtigung des Gedächtnisses durch Hormone.

Jaroslav Flegrs These
Flegrs Vorstellung ist, dass Toxoplasmose das menschliche Wesen beeinflussen kann. Schon damals galt es als bewiesen, dass bestimmte Parasiten das Wesen von Tieren beeinflussen können, sofern diese Träger des Parasiten sind. Dass diese Vorstellung auch auf Menschen zutreffen kann, galt damals als unvorstellbar und sorgte für viel Aufsehen in der Wissenschaft. Fleger untersuchte etwa 10 000 Menschen auf den Erreger und ließ sie verschiedene Fragebögen, sowie psychologische Tests durchlaufen. Er stellt fest, dass Männer misstrauischer und gleichgültiger gegenüber Regeln und gesellschaftlichen Normen sind, wenn sie den Erreger tragen. Frauen sind jedoch Regel folgsamer und warmherziger. Eine Gemeinsamkeit beider Geschlechter sind mehr Selbstzweifel und Schuldgefühle, sowie mehr Unsicherheit gegenüber der Vergleichsgruppe ohne Parasiten. Als einer der deutlichsten Unterschiede nach Flegrs Testreihen stellte sich die Reaktionsfähigkeit heraus. Infizierte Menschen reagieren im Vergleich zu Nichtinfizierten deutlich langsamer. Und je länger ein Mensch infiziert ist, desto schlechter schneidet er auch in den Reaktionstests ab. 


Wie kann der Parasit den Wirt beeinflussen?
Der Parasit nistet sich dauerhaft im Muskelgewebe und meist im Gehirn ein, was ohnehin schon einmal die Gedächtnisleistung beeinträchtigt und das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, um das Zwei- bis Dreifache steigen lässt. Um in das Gehirn zu gelangen verstecken sich die Parasiten in den Zellen des Immunsystems und steuern diese mit Proteinsignalen zielgerichtet durch die Blutgefäße bis sie die Blut-Hirn-Schranke überwunden haben, welche das Gehirn eigentlich vor Infektionen schützen soll. Carsten Lüder teilte dem Magazin Spiegel mit, dass man davon ausgehen kann, „dass jeder der mit Toxoplasmose infiziert ist, winzige Zysten im Gehirn hat“.
Evolutionsbiologisch ergibt es einen Sinn, dass Toxoplasma Gondii einen evolutionären Vorteil daraus zieht, seine Wirte beeinflussen zu können, da der Parasit Katzendärme braucht um sich zu vermehren. Infizierte Mäuse zeigen zum Beispiel ein selbstmörderisches Verhalten, da sie unachtsam werden und vom Katzengeruch geradezu angelockt werden. Wird die Maus dann von der Katze gefressen, gelangt der Parasit wieder in den Darm der Katze, welchen er zur Vermehrung braucht. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass der Mensch in einer frühen Entwicklungsstufe noch Beute von Großkatzen war und Toxoplasma Gondii deshalb auch Menschen als Wirte nutzt.
Im Gehirn kann Toxoplasmose nun verschiedene Vorgänge beeinflussen. Nach Flegrs wäre es z.B. denkbar, dass Toxoplasmose den Haushalt von Hormonen beeinflussen kann, da infizierte Männer oft dominanter sind und Frauen mehr männlichen Nachwuchs gebären. Hierbei sieht Flegrs auch eine Parallele zum Zytomegalie-Virus, einem Herpes-Virus. Wie Toxoplasmose bleibt auch der Zytomegalie-Virus
 jahrelang scheinbar folgenlos im Gehirn versteckt. Zytomegalie bildet Zytokine (Entzündungsbotenstoffe), die Nervenbotenstoffe wie Dopamin beeinflussen –und damit das Verhalten der Menschen- um die Infektion im Gehirn aktiv zu halten.


Neue Beweise aus dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts testeten 131 vermeintlich gesunde Senioren auf ihr Langzeit-, Kurzzeit und Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und Wortflüssigkeit. Während der letzten Phase der Testungen untersuchten die Wissenschaftler auch die Hirnströme der Probanden mit Hilfe von EEGs. Abschließend wurde noch das Blut auf Antikörper gegen Toxoplasmose untersucht. Sie stellten fest, dass Probanden, welche mit dem Parasiten infiziert sind rund 35% schlechter abschneiden als nicht-infizierte Probanden. Bei Testungen mit anderen Altersgruppen kamen ähnlich schlechte Ergebnisse zustande. Die EEG-Messungen bestätigten dieses Bild, infizierte Personen haben eine deutlich niedrigere Energie der Theta-Wellen, welche für das Bilden und Verfestigen von Gedächtnisinhalten verantwortlich sind. Im Laufe der Studie konnten andere Einflussfaktoren, wie Bildung, Medikamente oder Blutdruck als Ursache dieses Effekts ausgeschlossen werden. Somit kann man sagen, dass Toxoplasmose einen negativen Einfluss auf die Gedächtnisleistung ausübt und so Demenz und Vergesslichkeit fördert und verstärkt.
Jedoch bleiben bei den Forschern noch einige Fragen offen, unter anderem ob es einen Einfluss hat, in welchem Alter sich ein Mensch infiziert. Um diese Fragen zu klären wurde 2016 mit einer Langzeitstudie begonnen, welche in etwa 20 Jahren abgeschlossen werden soll.


Prävention
Schützen Sie sich vor der Infizierung mit Toxoplasmose durch folgende Verhaltensweisen:

  • Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie rohes Fleisch bearbeiten.
  • Vermeiden Sie den Kontakt zu freilaufenden Katzen. Falls Sie selbst Katzenbesitzer sind, sollten Sie beim Reinigen des Katzenklos Handschuhe tragen.
  • Mehrmals täglich die Hände gründlich mit Seife waschen.
  • Berühren Sie bei der Gartenarbeit die Erde nicht mit bloßen Händen, idealerweise tragen Sie Gartenhandschuhe.
  • Verzichten Sie auf rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch sowie nicht ausreichend erhitzte oder nur kaltgeräucherte Wurstwaren. Tartar, „blutig“ gebratene Steaks, Mettwurst und Co. 

Diagnose- und Therapiemöglichkeiten
Ob Sie unter Toxoplasmose leiden können wir in unserem Naturheilzentrum mit Hilfe eines LTT-Tests feststellen. Wenn Sie infiziert sind, sollte man regelmäßige Gedächtnisübungen und Reaktionstests durchführen, zur Stärkung dieser Hirnregionen. So können Sie Ihre Reaktionsfähigkeit zum Beispiel durch ein simples Ballspiel trainieren, indem Sie einen Ball mit einer Hand in die Luft werfen und mit der anderen Hand fangen. Für das Gedächtnistraining gibt es diverse Spiele und Übungen, welche Sie auch einfach Zuhause oder Unterwegs durchführen können, als Beispiel können Sie diesen Link nutzen. 

Ein erster Schritt für eine erfolgreiche Therapie ist unser Neurostress Fragebogen, füllen Sie ihn direkt aus und vereinbaren Sie einen Termin mit unserer Rezeption. Durch unsere jahrelang etablierten Labortestungen lassen sich Virusinfektionen gut erkennen und behandeln.


Quellen:
Toxoplasmose- Der verwirrte Wirt von Thorsten Braun 
Parasit könnte menschliches Verhalten steuern von Eva-Maria Schnurr
Toxoplasmose-Test: So schützen Sie sich während der Schwangerschaft veröffentlicht von der DAK Gesundheit
Die Toxoplasmose veröffentlicht vom Deutschland Funk Kultur





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