NATURHEILZENTRUM HOLLMANN / BREIDENBACH
EBV, CFS Schwerpunktzentrum Diagnostik - Therapie - Forschung. Seit 1980 in Wuppertal vertreten.
Oligoscan
Oligoscan – Wissenschaftlich valide oder doch „nur Handauflegen“?

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Oligoscan ist die Bezeichnung für ein medizinisches Gerät, welches mittels eines tragbaren optischen Scanners, mit dem der Behandler einige wenige Punkte der Haut des Patienten abtastet, bspw. 4 verschiedene Punkte an der Handinnenfläche. Durch die Spektralphotometrie soll mit Hilfe dieses Geräts "intrazellulär" (d.h. innerhalb der Zelle) die Konzentration von insgesamt 34 chemischen Elementen gemessen und festgestellt werden. In Werbevideos sieht man bei der Benutzung des Scanners an dessen Unterseite kurz eine Lichtquelle aufblitzen; das von der Haut reflektierte Licht wird dann angeblich gemessen. Bei den Elementen handele es sich um die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Phosphor, Silizium, Natrium, Kalium, Kupfer, Zink, Eisen und Mangan und die Spurenelemente Bor, Chrom, Cobalt, Germanium, Jod, Lithium, Molybdän, Schwefel, Selen und Vanadium sowie um die "Schwermetalle" Aluminium, Antimon, Silber, Arsen, Barium, Beryllium, Bismut (Wismut), Cadmium, Quecksilber, Nickel, Platin, Blei, Thallium und Thorium. Möglicherweise weil Aluminium und Barium nicht zu den Schwermetallen zählen, verwendet Physioquanta in neuerer Werbung den Begriff "toxische Metalle".

Die deutsche Akademie für Chelat Therapie hat nochmal deutlich gemacht, dass der Oligoscan bisher keine seriöse Methode darstellt, im Körper vorhandene Schwermetalle und Mineralstoffe nachzuweisen.[1]

Der Oligoscan im Vergleich zum Provokationstest ausgewertet durch die DACT e.V.

(Deutsche Akademie für Chelat Therapie)

Grundsätzlich kommt man zu dem Schluss, dass beide Messverfahren nicht vergleichbar sind, weshalb es absolut nicht empfehlenswert ist den Provokationstest mit dem Oligoscan zu ersetzen. An dem Oligoscan mag etwas dran sein, nur nützt es relativ wenig, besonders in der jetzigen Phase der Auseinandersetzung mit dem Berufsstand des Heilpraktikers - dem eh schon vorgeworfen wird mit dubiosen Dingen zu arbeiten-, deshalb bleiben wir als seriös arbeitendes Naturheilzentrum altbewährt beim Provokationstest. Hierbei wird vorab Gluthation langsam intravenös verabreicht. Im Anschluss erfolgen zwei Kurzinfusionen mit EDTA und DMSA in NaCl. Dieses Schema wird auch von Umweltärzten angewand.

 

Im Einzelnen:

1.    Die Interpretation der Schwermetalle und Mineralstoffe des Oligoscan für die gesundheitliche Situation des jeweiligen Patienten konnte die DACT e.V. nicht bestätigen.

Als negatives Beispiel für die Ungenauigkeit des Oligoscan bleibt zu erwähnen, dass ein Patient mit kräftiger Verkalkung im Herzen (mehrfaches Herz CT) mit Hilfe des Oligoscan als herzgesund befundet wurde. Auch die alleinige Betrachtung der Mineralstoffe im Oligoscan gab die Befundung leider nicht her.

2.    Die Mineralstoffanalyse im Oligoscan konnte die DACT e.V. nicht bewerten, da zu wenige Vollblutanalysen von den jeweiligen Patienten vorlagen; dass die Mineralstoffe im Serum nicht mit Oligoscan übereinstimmen können oder nur zufällig ist eindeutig selbsterklärend.

3.   163 Schwermetalltestergebnisse hatte die DACT e.V. zur Verfügung. In vielen Fällen sind nicht die gleichen Schwermetalle mit beiden Testverfahren getestet worden, sodass man nur die, in beiden Testverfahren verwandten Schwermetalle vergleichen kann. Das sind leider nur 86 auswertbare Testergebnisse. Nur 33 Messergebnisse stimmen in beiden Verfahren überein, weshalb man das eine Testverfahren nicht durch das andere ersetzen sollte. 39 Schwermetalle wurden im Oligoscan höher gemessen als im Provo Test.

Nicht zu erklären ist, dass 13 Testergebnisse für Schwermetalle im Provo Test höher waren als im Oligoscan.

 

1.    Die wissenschaftliche Bewertung

Die Spektralphotometrie ist durchaus eine wissenschaftlich anerkannte Messmethode, üblicherweise wird dabei die Transmission gemessen, also die Menge und Qualität von Licht, die eine Substanz durchdringt, hierfür gibt es auch bestimmte Maßeinheiten. Im Oligoscan hingegen gibt es keine Maßeinheiten. Der Oligoscan misst reflektiertes Licht! Das Messprinzip beim Oligoscan beruht auf dem Lambert-Beerschen Gesetz, allerdings stellt die Schichtdicke, also wie tief das gemessene Metall im Gewebe sitzt, eine wichtige Größe dar. Möglicherweise funktioniert das auch, aber Licht wird nicht nur reflektiert, sondern auch absorbiert…wie können ohne festgelegte, normierte Maßeinheiten repräsentative Werte ermittelt werden? Ganz im Gegensatz zum Provo Test: µg/g Krea, der hier wissenschaftlich fundierte Werte, bzw. Maßeinheiten angibt. Ebenfalls nicht möglich ist eine Einsicht in die Auswertungen des Programms für den Oligoscan. Da wie bereits erwähnt, keine Maßeinheiten beim Oligoscan angegeben werden, und man von dem Programm was dahinter steht abhängig ist, dass es richtig arbeitet und auswertet, sind die Werte nur als ungefähre Werte einzuordnen.

2. Reproduzierbare Ergebnisse

Der Oligoscan sollte in sich stimmig und reproduzierbar sein.

Sehr wichtig, für genaue wissenschaftlich fundierte Ergebnisse ist, dass das Testverfahren in sich zu repräsentativen Ergebnissen kommt. Sind die Messergebnisse bei ein und demselben Patienten vergleichbar? Petra Janke konnte dies bestätigen, da sie schon länger mit dem Oligoscan arbeitet. Soweit scheint der Test also zu funktionieren, wobei bei mehrmaliger Testung, gleiche Messergebnisse bei derselben Person, mit der gleichen Messmethode keine Vergleichbarkeit oder wissenschaftliche Verlässlichkeit darstellen.

3.  Ist Oligoscan mit schon vorhandenen Testverfahren vergleichbar?

Natürlich muss beim Vergleich des Oligoscan mit dem Provokationstest berücksichtigt werden, dass in verschiedenen Geweben gemessen wurde. Es wurden zwei verschiedene Bereiche, das Gewebe und Blut, auf Schwermetalle getestet. Von der Annahme ausgehend, dass Schwermetalle im Gewebe gebunden sind und im Urin immer nur die freien Ionen herauskommen, würde das erklären, dass im Oligoscan immer höhere Werte gemessen werden, insbesondere, da viele der Patienten älter waren.

Leider nicht so genau zu erklären ist, warum 13 Testergebnisse für Schwermetalle im Provokationstest höher waren als im Oligoscan, was bedeuten würde, dass nahezu jede 7 Oligoscan Messung von Schwermetallen nicht erklärbar wäre.

 Zu weiteren Forschungszwecken wäre es Empfehlenswert einen Abgleich zwischen Provokationstest und Oligoscan bei einer wesentlich größeren Anzahl von Probanden durchzuführen.[2]



[1] Physioquanta, Centre Nemo, 1086 Avenue Albert Einstein, 34000 Montpellier

[2] DACT e.V.





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Verschiedene meiner Ausführungen zur Krankheitsentstehung und den von mir angebotenen Behandlungsmethoden und deren Wirkungen sind teilweise wissenschaftlich nicht belegt und von der Schulmedizin (noch) nicht anerkannt. Siehe auch Disclaimer. Das kann sich ändern, wie z.B. bei der Akupunktur, welche von der Komplementärmedizin zur Kassenleistung avancierte. Ungefähr 50.000 Ärzte für Naturheilverfahren und etwa 20.000 Heilpraktiker praktizieren mit ähnlichen Verfahren wie wir nach dem Motto: "Wer heilt hat Recht!"
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