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Wir sind stolz, nach den HON Code Kriterien zertifiziert zu sein ("Medizinische Information, der Sie trauen können!"). Verschiedene meiner Ausführungen zur Krankheitsentstehung und den von mir angebotenen Behandlungsmethoden und deren Wirkungen sind teilweise wissenschaftlich nicht belegt und von der Schulmedizin (noch) nicht anerkannt. Siehe auch Disclaimer. Das kann sich ändern, wie z.B. bei der Akupunktur, welche von der Komplementärmedizin zur Kassenleistung avancierte. Ungefähr 50.000 Ärzte für Naturheilverfahren und etwa 20.000 Heilpraktiker praktizieren mit ähnlichen Verfahren wie wir nach dem Motto: "Wer heilt hat Recht!" |
ZAHNHERDE
- Beherdete Zähne können Ihre Gesundheit restlos ruinieren!

Die Zusammenhänge zwischen
heherdeten Zähnen
und Ihren Symptomen
finden Sie übrigens übersichtlich dargestellt auf der Bestseller Zahn-Organ-Tafel
Hier ein Ausschnitt:
Kernaussage:
Beherdete Zähne können Ihre Gesundheit restlos ruinieren! Sie stellen Therapieblockaden dar,
vergleichbar dem
Autofahren mit gezogen Handbremse!
Machen Sie keine halben Sachen, keine faulen Kompromisse. Wir beraten Sie gerne
über die Hintergründe, auch auf den folgenden Seiten.
Eitrige Zahnwurzelgranulome sind die oft unerkannte Ursache Ihrer
unerklärlichen Symptomatik.
Aber auch Zysten im Kiefer, wurzeltote Zähne, Amalgamfüllungen, verlagerte
Weißheitszähne, degenerative Kieferveränderungen nach Zahnextraktion (Restostis)
uvm. müssen mit in die ganzheitliche
Diagnostik einfließen!
Engagierte Heilpraktiker, Ärzte für
Naturheilverfahren
und ebensolche Zahnärzte sind heute allerdings wieder einen
weiteren Schritt voraus:
Das gezielte Aufspüren mittels klassischer Röntgendiagnostik
("Panoramaaufnahme") und dem
Kältespray auf verdächtige Zähne (ein toter Zahn schmerzt nicht auf Kältereiz ...)
lokalisiert recht schnell einige verdächtige potentielle Herde.
Wir stellen die Frage, ob es Sinn macht, den verdächtigen Zahn zu
entfernen, mit neuen diagnostischen Möglichkeiten.
Zusätzliche Verfahren, wie z.B. die Regulations-Thermographie IR-Thermovision und der
OroTox Test können
Auskunft darüber geben, ob ein verdächtiger Zahnherd aktiv den Organismus
belastet, oder ob er (... zur Zeit) relativ harmlos ist. Wie auch immer: Devitale Zähne
sind in jedem Fall "tickende Zeitbomben" und gehen gerne in der
kostbarsten Jahreszeit "hoch" , dem Urlaub!
Biologisch-ganzheitlich arbeitende Zahnärzte
schauen über den Tellerrand hinaus, beachten also mehr als nur die Optik und die Kaufunktion.
Dazu ziehen sie zusätzlich andere diagnostische Methoden zu Rate, z.B. die völlig belastungsfreie
Regulations Thermographie (Wärmeabstrahlung)
über den Zahnwurzeln und den
OroTox Test.
Der gibt Auskunft darüber, ob tote (devitale) Zähne Mercaptane
(Leichengift) absondern.
Auf seiner Internetseite gibt
ein erfahrener Bio-Zahnmediziner Informationen zum Thema
Tote Zähne
Doch wie erklärt sich die extrem starke Auswirkung der Zähne auf den Organismus ?
Der bekannte Naturheilarzt Dr. med. Wolff Kersten v. Düring beschreibt die
Hintergründe so:
Ein gesunder Zahn ist mit seiner Wurzel in den Knochen eingebettet und in einem Fasersystem als Dämpfungsmechanismus aufgehängt. Im Inneren des Zahnes befindet sich der Zahnnerv mit Blutgefässen. Über dieses Gefäß-Nervenbündel wird die Ernährung des Zahnes sichergestellt und gleichzeitig die Nervenreizung als eine Art Warnsystem benutzt, welches über eine Schmerzmeldung Defekte oder Erkrankungen anzeigt. Wenn nun dieser Nerv stark gereizt wird, sei es durch Zahnbruch, Überbelastung oder Entzündung durch einen kariösen Defekt, so kann er absterben. Die Folge ist, dass mit dem toten Nervengewebe auch Bakterien und Leichengifte im Wurzelkanal zurückbleiben. Selbst die beste Wurzelbehandlung kann nur einen gewissen Teil dieser giftigen Substanzen aus dem weit verzweigten Kanalsystem entfernen. Da der Zahn mit dem umliegenden Gewebe, der Wurzelhaut und dem Kieferknochen in ständigem aktiven Austausch steht, werden so auch Bakterien und Toxine ständig in den Körper geschwemmt.
Im Zahn verbleiben also hochinfektiöse, giftige Organbestandteile und Abfallprodukte, welche über die Seitenkanälchen in das umliegende Knochengewebe und über die Markräume des Kieferknochens in das Fliesssystem des Organismus gelangen.
Noch gravierender sind die Auswirkungen an den Zähnen, die unbemerkt abgestorben sind aber nie wurzelbehandelt wurden. Da hier noch das gesamte abgestorbene und infizierte Nervengewebe im Zahn vorliegt und somit ungleich mehr Bakterien und Gifte völlig ungehindert frei werden sind die Reaktionen meist noch wesentlich stärker.
Machen Sie sich einmal bewusst: Abgestorbene Körperteile, wie z.B. Finger oder Zehen werden amputiert, da sie den Körper innerhalb kürzester Zeit durch die freiwerdenden Bakterien und Leichengifte zerstören würden. Tote Zähne, die die gleichen Gifte abgeben verbleiben jedoch im Körper.
Das Problem liegt darin begründet, dass der bereits abgestorbene Zahn keine Möglichkeit hat über einen warnenden Schmerz den Organismus auf das Problem aufmerksam zu machen. Selbst der Grossteil der Zahnärzte nimmt eine solche Situation nicht allzu ernst. Im Glauben an die Allmacht des Immunsystems, welches „so wenige“ Gifte und Bakterien schon im Zaum hält und der Hoffnung, durch eine Wurzelbehandlung möglichst viel infiziertes Restgewebe entfernen und Tausende winzige Wurzelkanälchen dicht verschließen zu können, werden wurzeltote, infizierte Zähne belassen. Einerseits funktioniert das zumindest technisch oftmals für lange Zeit und ein gesunder Patient kann auch sicher diese ständige Belastung des Immunsystems gut kompensieren. Andererseits muss man sich die Frage stellen, inwieweit ein Erkrankter auf diese zusätzliche Schwächung reagiert, denn irgendwann ist die Fähigkeit zur Kompensation erschöpft.
Wenn eine solche chronische Entzündung in den umgebenden Knochen einbricht, führt sie je nach Abwehrleistung des Organismus, zu einer chronischen Knochenentzündung bzw. Zyste oder es kommt zu akuten Prozessen, bei denen sich der Eiter einen Weg nach außen sucht und einen Abszess bildet. Diese typische „dicke Backe“ sehen Zahnärzte in den letzten Jahren allerdings immer seltener, denn dazu gehört ein intaktes Immunsystem, welches sich den Erregern gegenüber massiv zur Wehr setzt. Diese Verringerung der Abwehrleistung in der Bevölkerung wird bei Betrachtung des Absinkens von Immunglobulin A, einem Indikator für die Immunkraft, um 30% seit dem 2. Weltkrieg deutlich. Ursächlich dafür stehen neben den vielfältigen Umweltgiften auch der oftmals leichtfertige Umgang mit Medikamenten. So wird jeder noch so kleine Infekt heute mit Antibiotika beschossen, jedes noch so harmlose Fieber mit fiebersenkenden Tabletten „behandelt“, obwohl es sich zumeist um ein gesundes Heilfieber handelt.
Die Folge ist, und damit schließt sich der Kreis, das Störfelder einfach unerkannt bleiben und über die im Vorfeld bereits diskutierten Mechanismen über Fernwirkungen krank machen.
Je nachdem wie lange es dauert bis ein solches Störfeld erkannt wird, arbeitet im Patienten oft über Jahrzehnte eine Giftfabrik, die Bakterien und Leichengifte in den Körper schleust.
Experimente bei denen solche, aus abgestorbenen Zellen stammenden Leichengifte gesunden Tieren verabreicht wurden, ergaben schwere Leberschäden und entzündliche Herde sowie degenerative Veränderungen an anderen Organen.
Für im Knochen verbliebene Wurzelreste oder Restostitiden (Knochenentzündungen) sind ähnliche Zusammenhänge wie bei den wurzeltoten Zähnen nachzuweisen. Bei der Extraktion eines Zahnes ist es unter Umständen möglich, dass Fragmente oder Wurzelreste im Knochen verbleiben, ohne das dieses vom Zahnarzt erkannt und weiter verfolgt wird. Der Knochen heilt über diesem abgebrochenen Zahnfragment in der Regel problemlos zu und der Patient hat tief im Inneren des Knochens ein Stück toten Zahn, inklusive der davon ausgehenden Entzündungsreaktion.
Restostitiden sind in bereits zahnlosen Bereichen vorliegende Entzündungen im Sinne einer abgekapselten Zyste oder im schlimmeren Fall einer diffusen Einschmelzung. Diese Restentzündungen stammen zumeist von ehemaligen Zahnherden, die entweder nicht vollständig oder aber bei mangelhaftem Regulationspotential entfernt wurden. Zahnherde sind im übrigen mit ca 60% die häufigsten Störfelder gefolgt von den Mandeln und Narben.
Diagnose und Therapieentscheidung:
Jeder Mensch ist so individuell, das man niemals eine grundsätzliche Therapieentscheidung treffen kann. Prinzipiell muss das Alter, die Immunlage und die Psychologie des Patienten berücksichtigt werden. Ausserdem die Stärke und Lokalisation der Beschwerden, die Position und strategische Bedeutung des wurzeltoten Zahnes sowie Stärke und Grösse der vorliegenden Entzündung. Es gibt aber dennoch einige Situationen in denen man möglicherweise zu einer Entfernung aller wurzelbehandelten Zähne raten muss: Dies sind die sehr schwer erkrankten Patienten, wie z.B. Krebs- oder MS-Patienten. Da es z.B. bei Krebs Patienten nur um eines geht, nämlich um das Überleben, treten alle anderen Entscheidungskriterien in den Hintergrund und es ist wichtig bei diesen Patienten das Immunsystem so weit wie möglich zu entlasten und so seiner Genesung mehr Heilungsimpulse zu geben.
Findet man einen Zahn, der einen deutlichen röntgenologischen Befund aufweist oder eindeutig bestimmten organischen Beschwerden zugeordnet werden kann, so wird evtl. ebenfalls zu einer Entfernung geraten.
Wurzelspitzenresektionen, d.h. die Entfernung der unteren Wurzelanteile inkl. der Entzündung sind immer problematisch, da eine Entfernung der Wurzelspitze lediglich technisch das Problem lösen kann, niemals aber regulativ. Ganz im Gegenteil kann durch eine Resektion ein vormals abgekapselter Prozess erst systemisch aktiv werden. Das heisst eine Wurzelspitzenresektion macht, auch wenn sie röntgenologisch und makroskopisch sichtbar abheilt, die Situation durch Keimaufschwemmung oder Bindegewebsblockaden oftmals noch schlimmer. Häufig kann man erleben, wie nach einer Wurzelspitzenresektion zwar zunächst eine Verbesserung, dann aber eine massive Verschlimmerung oder ganz neue Symptome erscheinen ( z.B. Gelenkbeschwerden ). Erst eine Entfernung des Zahnes bringt dauerhafte Beschwerdefreiheit mit sich.
Lediglich in Fällen, in denen ein Zahn strategisch sehr wichtig ist, wie z.B. im Frontzahnbereich oder bei Patienten, welche beim Lachen ihr gesamtes Zahnfleisch zeigen und die ansonsten eine recht robuste Gesundheit aufweisen und keine oder nur wenige Beschwerden haben, sollten Wurzelspitzenresektionen durchgeführt werden. Allerdings nur unter Vorbehalt und unter regelmäßiger Kontrolle.
Nun gibt es aber sehr viele Patienten, bei denen man weder röntgenologisch noch anamnestisch einen Bezug zu einem der wurzelbehandelten Zähne herstellen kann. In diesem Fall kommen andere, sehr sensible Diagnosemöglichkeiten zum Einsatz, um feststellen zu können, ob der Zahn schädigende Einflüsse auf den Organismus aufweist oder nicht.
Bei diesen Diagnosemethoden geht es vor allem darum, das sog. Regulationsverhalten des Organismus richtig zu interpretieren.
Regulationsverhalten ist im Allgemeinen nichts anderes als die Reaktion des Körpers auf einen Reiz hin. Um hier zu Aussagen zu kommen setzt man den Körper einem Reiz aus und prüft dann die Reizantwort, bzw. deren Abweichung von einem definierten Normverhalten. Man unterscheidet u.a. Normalreaktion, abgeschwächte Reaktion, überstarke Reaktion und paradoxe (gegenteilige) Reaktion.
Eine sehr elegante Möglichkeit, den Körper in verschiedenen Arealen auf seine Reizbeantwortungsfähigkeit hin zu untersuchen, stellt die
sog. Computer-Regulations-Thermographie dar. Durch diese Untersuchung kann in Kombination mit der so genannten Neuraltherapie auf elegante Weise ein Zusammenhang zwischen Zahnstörfeld und Gesamtkörperregulationsverhalten zweifelsfrei nachgewiesen werden.
Um zu gewährleisten, das nach einem operativen Eingriff, bzw. Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrestes oder einer Restentzündung im Kieferknochen eine, auch aus ganzheitlicher Sicht regulatorisch einwandfreie und vollständige Ausheilung stattfindet, sind einige wichtige Kriterien zu beachten.
Bei der Zahnsanierung ist es nach einer vorsichtigen und schonenden Extraktion wichtig, das Zahnfach absolut gewissenhaft auszuschaben oder ggf. auszufräsen, um wirklich alle infizierten Knochenanteile zu entfernen. Dies dauert oft wesentlich länger als die eigentliche Extraktion selbst.
Damit anschließend eine auch aus regulatorischer Sicht ausreichende Heilung des sanierten Bezirkes stattfinden kann, sollte eine naturheilkundliche Begleittherapie durchgeführt werden.
Quelle: http://www.naturheilverfahren-freiburg.de/Zahnherde.htm.
Mit frdl Genehmigung durch den Autor. Vielen Dank für die Erlaubnis zur
Veröffentlichung.
Frage: Wie kann nun die Diagnose einer Restostis
gestellt werden?
Mit normalem Röntgen Verfahren geht das jedenfalls in den allermeisten Fällen
nicht, egal ob Panorama Aufnahme oder Einzelbild.
Mithilfe der
Regulations Thermographie dagegen oder dem
Ultraschallverfahrens "Cavitat" , oder einer 3-D digitalen
Volumentomographie des Kiefers, genannt "NewTom" (die Strahlenbelastung ist allerdings nicht ganz niedrig)
Zusammenfassung des folgenden Artikels von
Dr. Josef Issels:
1. Viele chronische Krankheiten haben als
bedeutsame Mitursache einen Herd (Fokus, Störfeld...).
2. Am häufigsten sind das Zahn- und
Mandelherde.
3. Herde haben Fernwirkung auf bestimmte Organe
(Gelenke, Herz, Nieren..) und vor allem auf das Immunsystem.
4. Das Ausmaß der Schädigung durch Herde hängt
von der Abwehrlage des Patienten ab.
5. Krebspatienten haben durch vorhandene
Abwehrschwäche eine Sonderstellung.
In ihrem Fall dürfen keine faulen
Kompromisse eingegangen werden.
6. Wurzelbehandelte Zähne können technisch
gesehen nicht einwandfrei unbedenklich sein.
Es verbleiben in den
Wurzelseitenkanälen Eiweißreste. Diese belasten durch Toxine (Giftstoffe) den
Organismus.
7. Das Röntgenbild des toten Zahnes gibt oft
kein zuverlässiges Bild der tatsächlichen Verhältnisse wieder.
8. Dr. Issels hatte beobachtet, das 98 Prozent
seiner Patienten 2-10 pulpentote Zähnherde hatten. Ein Zufall? Sicherlich nicht!
9. Wie wirken Zahnherde auf den Organismus
negativ ein?
A- über den neuralen Weg (über das Nervensystem:
Störfeld ist hier der Begriff)
B- durch Giftstoffe (
Bakterientoxine und -proteine ). Das
Immunsystem muß sich ständig mit dieser Störung beschäftigen und kann seine
eigentliche Aufgabe nicht wahrnehmen.
C- über das Immunsystem oder auch
die Blockade des Immunsystems
D- über Bakterien / Krankheitserreger. Diese streuen
unbemerkt in den Körper und setzen sich u.U. auf der Herzklappe fest oder in
Gelenke (Rheuma)
10.Neben toten Zähnen kommen als Herde
auch auch Restknochenentzündungen (Restostitis, Osteomyelofibrose) im Kieferknochen in
Frage (als Folge von Zahnverlust und nicht optimal erfolgter Wundheilung nach
Extraktion), außerdem Zysten, Wurzelreste, Parodontose und verlagerte
Weißheitszähne.
Die Materialfrage von Zahnersatz und Füllungen spielt ebenfalls eine gewisse
Rolle (Amalgam, Palladium usw.)
Es folgt ein Ausschnitt aus dem sehr empfehlenswerten Buch von Dr. med. Josef Issels, dem beeindruckenden Pionier der Biologischen Krebstherapie in der Ringbergklinik. Viele Prominente erfuhren dort Heilung. Sein berühmtester Patient war damals der Musiker Bob Marley. Dr. Issels hatte in der Vorära der Chemotherapie immerhin schon beeindruckende Heilerfolge. Viele seiner Erklärungsversuche entsprechen nicht mehr der heutigen Terminologie. Interessanterweise bestätigen sich seine Erfahrungswerte aber in neuem Licht.
"Mehr Heilungen von Krebs",
Helfer Verlag, E. Schwabe, Bad Homburg:
"Bereits in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts hat PÄSSLER die ätiologische Bedeutung des Herdes (Fokus) für eine stattliche Liste von Fernsymptomen aufgezeigt. Inzwischen haben zahlreiche namhafte Autoren (BERTZBACH, ECKERT- MÖBIUS u. a.) die „Streubreite" des Herdes, seine ursächliche Mit-Beteiligung am Entstehen der verschiedenartigsten Krankheitsbilder beschrieben. An erster Stelle stehen rheumatische, Nieren-, Haut-, sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. Aber auch Magen-, Darm-, Urogenital- oder gewisse chronische Augenerkrankungen, Asthma, Multiple Sklerose und genuine Epilepsie finden nachweislich oft ihre Mitursache in dem Vorhandensein eines nicht sanierten Herdes. Unbestreitbare Fakten aus langer ärztlicher bzw. zahnärztlicher Erfahrung zeigten deutlich direkte Beziehungen zwischen Allgemeinerkrankungen und versteckten chronischen Herden des Kopfes auf. Die Schwierigkeit, diese Fakten in ihrem Wirkungsmechanismus exakt zu erklären, verhinderten trotz der un- übersehbaren praktischen Erfahrungen eine grundlegende Änderung herkömmlicher Zahnbehandlung bis zur „endgültigen Beweisbarkeit" von PÄSSLERS Lehre. Die Beweiskraft der in den letzten sieben Jahren erbrachten Forschungergebnisse läßt nun aber ein Verharren in der traditionellen Auffassung über die Fokaltherapie endgültig nicht mehr zu.
Die Deutsche Medizinische Arbeitsgemeinschaft für Herdforschung informiert die Ärzte- und Zahnärzteschaft über die Fortschritte internationaler Forschung. Deren heutiger hoher Stand ist nicht zum geringen Teil Forschergruppen um SIEGMUND - der übergeordnete (Hirn-) Zentren für die Fernwirkung des Herdes verantwortlich machte - um FLECKENSTEIN/ERNSTHAUSEN - die bereits vor fast zwanzig Jahren Arbeiten über die Depolarisation von Organzellen durch fokale und toxische Irritation veröffentlichten - um HILLER/ SCHUG-KOESTERS und GAEBELEIN - die Untersuchungen des Dentin Eiweißes und seiner Zerfallsprodukte betrieben — um den Pathologen EGER und JUNGE/HÜLSING über die Beeinflussung des Bindegewebssystems durch Herdbelastung — zu danken. Allen voran dürfen die österreichischen Grundlagenforscher und Kliniker genannt werden, für die hier die Namen PISCHINGERs und KELLNERS stehen sollen. Ihre Arbeiten führten zur Entdeckung neuartiger serologischer und elektro-physiologischer Herdtest-Methoden. ALTMANN, AIGINGER, PERGER, RICCABONA, THIELEMANN und viele andere zeigten die Wirksamkeit der Zahnherde auf und verboten die A-Vitalisierung pulpenkranker Zähne. Der unermüdlichen Initiative von GLASER und TÜRK ist es zu danken, das in aufklärenden Vorträgen die Fachwelt mit dem Stand der neuesten Forschung vertraut gemacht wird.
Was
ist ein „Herd"?
Die Deutsche Medizinische Arbeitsgemeinschaft für
Herdforschung und Herdbekämpfung definiert den „Herd"
- „als abwegige örtliche
Veränderung im Organismus",
- „die über ihre nächste Umgebung hinaus Fernwirkungen auszulösen vermag".
Jede örtlich umschriebene krankhafte 0rganveränderung— so etwa eine chronische Entzündung, eine degenerative Veränderung, eine Narbe kann (unabhängig von ihrer Größe und Lage) als „Herd" bzw. als „Störfeld" wirksam sein.
Am häufigsten
sind Zahn- und Mandelherde und ausschließlich von diesen soll in der Folge die
Rede sein, ohne damit die Bedeutung anderer Herde schmälern zu wollen. Erkrankungen, die von einem Herd (beispielsweise also von einem Zahn- oder
Mandelherd) ihren Ausgang nehmen, werden als Herderkrankungen (beziehungsweise
als Herdbedingte Erkrankungen oder Fokaltoxikosen) bezeichnet, weil sie durch
Fernwirkung eines Herdes (Fokus) beziehungsweise eines Herdinfektes (—
Fokalinfektes) hervorgerufen werden. Die Fernwirkung eines Herdes kann eine
örtlich umschriebene bleiben, kann sich beispielsweise auf ein einzelnes Gelenk
beschränken. Sie kann aber auch (in Form einer Allgemeinerkrankung) den
Organismus in seiner Gesamtheil in Mitleidenschaft ziehen. Wie wir später sehen
werden, kann diese Fernwirkung auf verschiedenen, voneinander relativ
unabhängigen Wegen zustande kommen.
PISCHINGER und KELLNER definieren den „Herd" als eine „chronisch abwegige lokale
Veränderung im Bindegewebe, die über ihre nächste Umgebung hinaus die
verschiedensten Fernwirkungen auszulösen vermag und sich daher mit der lokalen
und allgemeinen Abwehr in ständiger
aktiver Auseinandersetzung befindet". Jede
chronische Entzündung, jede Narbe, jede degenerative oder sonstige Veränderung
kann also diese Bedingung erfüllen. Der Herd ist in das mesenchymale Grundgewebe
eingebettet und hat so direkten Kontakt mit der Endstrombahn der Blut- und
Lymphgefäße und den neurovegetativen Nervenfasern, die die Verbindung mit dem
Organismus herstellen. Über jedes dieser Leitungssysteme wird er daher
Fernwirkungen in anderen Organen auslösen können. Die Reizung der Nerven des
Herdbereiches wird zunächst in die vegetativen Zentren projiziert, wo sie zur
Ursache vegetativer Fehlsteuerungen werden kann, die ihrerseits ebenfalls wieder
auf den Gesamtorganismus zurückwirken können. Über die Gefäßsysteme werden
hingegen Herdgifte oder Bakterien in den Organismus eingeschwemmt, wo sie
überall ihre infektiösen, toxischen bzw. allergisierenden Eigenschaften zu
entfalten vermögen.
Nach SIEGMUND kommt es nicht darauf an, „darüber zu
diskutieren, ob eine Infektion, eine Intoxikation, eine allergische Umstimmung,
eine über das vegetative Nervensystem ... zur Auswirkung kommende
Neurodystrophie oder eine über humorale Mechanismen in die Peripherie wirkende
Zellstoffwechselstörung das Wesen der Fokalerkrankung ausmacht", sondern „das
bei den Rückwirkungen eines Herdes sämtliche Faktoren miteinander beteiligt
sind", die man folglich auch m i t - und nicht neben einander zu würdigen habe.
„In der Entwicklung der Herdlehre spiegelt sich jeweils das Bild der
zeitgenössischen Medizin." (SIEGMUND) Das Ausmaß der krankmachenden
Fernwirkung eines Herdes hängt im allgemeinen davon ab, ob der Organismus dem
Herd mit ausreichend wirksamen Abwehrmaßnahmen zu begegnen vermag. Solange das
Herdgeschehen durch lokale Abwehrmaßnahmen beherrscht werden kann, werden sich
im Organismus des „Herdträgers" noch keine herdbedingten Fernwirkungen ergeben.
Diese Fernwirkungen werden sich jedoch bemerkbar machen, wenn die körpereigene Resistenz zusammengebrochen ist. Aus dem „ Herdträger" ist jetzt
ein „ H e r d k r a n k e r" geworden, dessen Abwehrkraft sich nunmehr mit der
bestehenden Fokaltoxikose auseinanderzusetzen hat.
Da bei Krebskranken stets ein Zusammenbruch der Abwehrlage erfolgt ist, ohne die
es nicht zur Manifestierung der Geschwulst kommen kann, werden virulente
Zahnherde und — wie wir später ausführen - Mandelherde auch bei diesen Patienten
immer herdwirksam sein und damit die Krankheit fördern. Für den Krebspatienten
gilt daher der Satz, dass jeder Herdträger auch ein Herdkranker ist, was für das
therapeutische Vorgehen maßgeblich zu sein hat.
Zahnherde
Eine
Zahnwurzelbehandlung, die keine Herde setzt, gibt es nicht. (SCHONDORF)
Nahezu
jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit dem Problem der Karies
konfrontiert, gegen die auch intensivste Pflege der Zähne nicht vollständig zu
schützen vermag. Ihre Ursachen reichen bis ins Kindesalter, ja sogar in die
vorgeburtliche Phase zurück. Gestörte Erbanlagen, Fehlernährung (Mesotrophie)
und andere krankmachende Umwelteinflüsse verschulden eine Fehlentwicklung des
Gebißapparates, die sich durch Verlagerung der Zähne oder als Anfälligkeit für
Zahnfleischerkrankungen und vor allem für Karies bemerkbar macht. Die
Schmelzkrone des Zahnes ist trotz ihrer porzellanharten Oberfläche durchaus
verletzlich. Aus vielerlei Ursachen können sich daher Schmelzdefekte entwickeln,
vorzugsweise in den Kronenfurchen oder an den Berührungsflächen benachbarter
Zähne, an Stellen also, die schwer zu reinigen sind. Die Karies wird, solange
sie sich auf die nervenlose Schmelzschicht beschränkt, nicht als schmerzhaft
empfunden. Das Einsetzen des Zahnschmerzes zeigt daher warnend an, daß die
Karies bereits in das von Nerven durchzogene Zahnbein eingedrungen ist. Mit dem
Fortschreiten der Zahnfäule wird früher oder später das Zahnbein durchsetzt, die
Pulpenhöhle eröffnet und infiziert. Solange nur Schmelz- und Zahnbeinschichten
von der Karies erfaßt worden sind, kann der Zahn ohne Nachteile für den
Patienten durch konservierende Maßnahmen lebend erhalten werden. Ein Zahn mit
eröffneter und entzündeter Pulpa ist hingegen verloren und muß unverzüglich
extrahiert werden.
In dem verständlichen Bestreben, möglichst viele Zähne kaufähig zu erhalten, hat
man nach Möglichkeiten gesucht, diese an sich verlorenen Zähne zu konservieren.
Durch Ausräumung, Desinfektion und Füllung der Pulpenhöhle sowie durch
anschließende Überkronung glaubte man, sie ohne Gefahr für den Patienten
erhalten zu können. Diese Annahme ging von der Voraussetzung aus, daß die
Pulpenhöhle nur an der Wurzelspitze geöffnet sei, das man sie steril füllen und
vollkommen dicht gegen den Organismus abschließen könne.
Die von W. MEYER (Göttingen) hergestellten Ausgußpräparate der Pulpenhöhle ein-
und mehrwurzeliger Zähne lassen jedoch deutlich erkennen, daß der Wurzelkanal
keineswegs eine geschlossene Röhre darstellt, sondern einem Baume gleicht mit
vielen Ästen, die nach allen Richtungen hin in den Zahnkörper ein- dringen.
Siehe Abbildung:



Auch ALTMANN, DOEPKE und PRITZ, sowie G.
FISCHER, HESS und andere Forscher haben sich eingehend mit der Feinstruktur des
Zahnes befaßt. Sie haben gefunden, daß die Hartsubstanz des Zahnes keineswegs
ein totes Gebilde darstellt, sondern, das sie mit Pulpa und Wurzelhaut in
lebhaftem Stoffaustausch steht. Pulpenhöhle und Außenfläche der Zahnwurzel sind
durch feinste Kanälchen miteinander verbunden. Sie stehen ihrerseits wiederum
über die mesenchymalen Spalträume und Kapillaren der Wurzelhaut mit den
Kanälchensystemen des Kieferknochens und dessen Markräumen — und damit mit dem
Gesamtorganismus — in Verbindung. Diese Erkenntnisse haben die seit Jahrzehnten
bestehende Vorstellung widerlegt, daß der Zahn nach Ausräumung und Abdichtung
der Pulpenhöhle ein isoliertes, lebloses Gebilde sei, das mit dem Organismus
keinerlei Austauschvorgänge mehr unterhalte. Selbst perfekteste Konservierung
wird allenfalls den senkrechten Mittelstamm des Wurzelkanalsystems erfassen
können, auf keinen Fall aber auch die davon sich abzweigenden seitlichen Äste, ebenso wenig die zahlreichen Dentinkanälchen, die ebenfalls vom Wurzelkanal ihren
Ausgang nehmen. Auch nach sorgfältigster Präparation des Wurzelkanals wird in
diesen Nebenräumen immer Eiweiß verbleiben. Dieses Eiweiß ist in der Regel
infiziert und durch Desinfektions- und Füllstoffe denaturiert, wobei toxische
Abbauprodukte gebildet wer- den. MEYER (Göttingen) hat gezeigt, daß die
Dentinkanälchen eine reiche Bakterienbesiedlung aufweisen. Die von diesen
Mikroben erzeugten Fäulnisgifte können beim wurzelgefüllten Zahn nicht mehr
nach außen in die Mundhöhle entleert, sondern nur noch durch die
Querverbindungen und die unverschlossenen Äste des Wurzelkanals abgeleitet
werden, um schließlich in die Markräume des Kiefers und damit in die
Fließsysteme des Organismus zu gelangen. Aus dem Zahn ist durch die avitalisierende (abtötende) und konservierende Behandlung eine „Giftfabrik" geworden, durch
die der Organismus fortwährend geschädigt wird.
Der wurzeltote Zahn nimmt Entzündungsvorgänge nicht mehr wahr, auch dann nicht,
wenn die Eiterung bereits in den umgebenden Knochen eingebrochen ist. Der
Warnschmerz ist dem avitalen Zahn verloren gegangen. Nichts veranlaßt daher den
Kranken, diesen gefährlichen Giftherd entfernen zu lassen, so dass dieser
Jahrzehnte, oft genug lebenslänglich seine verheerende Wirkung entfalten kann. Die Entzündungsvorgänge, die in den Kanälchen und Wurzelgängen des nervtoten
Zahnes in Gang gekommen sind, greifen im Laufe der Zeit auch auf die Markräume
des knöchernen Zahnbettes über, wo sie eine Knochenmarksentzündung hervorrufen
können. Der weitere Verlauf dieser Entzündung wird durch die noch vorhandene
Resistenz des Organismus bestimmt. Bei intakter örtlicher Resistenz wird
dieser Prozeß durch eine bindegewebige Kapsel abgeschirmt, die man als
Granulombeutel bezeichnet. Der Organismus will damit sowohl der weiteren
Ausbreitung des entzündlichen Prozesses als auch dem Abströmen des giftigen
Kapselinhaltes in die Körperperipherie entgegenwirken. Bei der Röntgenaufnahme
dieser Zähne zeigen sich Granulome als mehr oder weniger ausgeprägte Aufhellung
z. B. an der Wurzelspitze des Zahnes. Ein solcher Zahn wird als röntgen - p o s
i t i v bezeichnet. Ist die örtliche Resistenz jedoch bereits so sehr
geschwächt, daß der Entzündungsherd nicht mehr abgekapselt werden kann, werden
die Entzündungsgifte ungehindert ins Knochenmark und in den Organismus
vordringen können. Wenn ein Entzündungsprozeß nicht mehr lokalisiert und
abgekapselt werden kann, so beweist dies - wie PISCHINGER und KELLNER betonen,
daß der Organismus bereits weitgehend reaktionsunfähig geworden ist. Bei der
Röntgenaufnahme dieser Zähne zeigen sich in der Regel keine Aufhellungen. Sie
werden als röntgen - negativ bezeichnet.
Bei unseren Krebskranken sind solche nicht abgekapselte Herde, also
röntgen- negative Zähne, besonders häufig vorhanden, was die hochgradige
Abwehrschwäche dieser Patienten erkennen läßt.
Es besteht Übereinstimmung darüber, das Gebißherde ausgeräumt werden müssen und
es ist daher auch allgemein üblich geworden, mit Hilfe des Röntgenbildes nach
solchen Herden zu fahnden. Leider hat sich ergeben, das auf diese Weise nur ein
Teil der Gebißherde objektiviert werden kann. Abgekapselte Herde, also Granulome
und Zysten, sind in der Regel zwar von röntgenologisch wahrnehmbaren
Knochendefekten begleitet, die allerdings aber nur dann auch röntgenologisch
erfaßt werden können, wenn sie groß genug und nicht gerade innerhalb des
Zahnschattens gelegen sind. Weil: seltener finden sich deutliche Röntgensymptome
hingegen bei den diffusen, nicht abgekapselten Knochenabszessen. Gerade die
gefährlichsten aller Gebißherde erweisen sich demnach besonders häufig als
röntgen negativ und selbst von den röntgen positiven Prozessen werden wiederum
nur die zufällig schattenfrei gelagerten Herde erfaßbar sein. Da röntgen - negative
Herde sich der Sanierung entziehen, werden sie ihre zerstörende Wirksamkeit
unbehindert weiter entfalten können.
Die moderne Forschung hat festgestellt, das jeder pulpentote Zahn, sobald sein
Eiweiß zerfällt, sich toxisch auswirken kann. Dieser Tatsache müssen wir
therapeutisch Rechnung tragen.
Für alle nervtoten Zähne mit und ohne Röntgenbefund gibt es nur eine richtige
Behandlung — die sofortige Extraktion.
Damit ist es aber oft nicht getan. Die Erfahrung hat gezeigt, das auch vitale
Zähne so geschädigt sein können, daß ihre krankmachende Wirksamkeil fast der
eines avitalen Zahnes gleichkommt. So kann e i n Nerv eines dreiwurzeligen
Zahnes abgestorben sein, es können chronische Pulpa-Entzündungen, Ostitiden oder
sonstige Veränderungen entstehen, die man im Röntgenbild nicht erkennen kann.
Wie sehr die diagnostische Erfassung und die Sanierung von Gebißherden noch im
argen liegt, zeigen uns die Patienten, die nach erfolgter Zahnsanierung bei
uns eingeliefert werden. Sehr häufig finden wir bei ihnen noch röntgen - negative,
avitale Zähne, Wurzelreste und Restostitiden (Knochenentzündung im Kiefer), die diagnostisch nicht erfaßt und
daher auch nicht beseitigt worden sind. Die Erfahrung hat uns gelehrt, das eine
Teilsanierung ihren Zweck verfehlt. Nur einer wirklich totalen Sanierung wird es
gelingen, den Organismus entscheidend zu entlasten.
Es ist daher zusätzlich zur Röntgen-Diagnostik notwendig, weitere diagnostische
Hilfsmittel heranzuziehen, so zum Beispiel die 1-R-Diagnostik, die Vitalmessung
des Zahnes, die Messung des Hautwiderstandes und andere elektrometrische
Meßmethoden. Sie stehen seit Jahren zur Verfügung und können uns Aufschluß über
eventuelle Herdwirkung eines Odontons geben. Wenn man eine
totale Sanierung des Gebisses durchführen will, ist es also unbedingt notwendig,
nicht nur die avitalen Zähne, sondern auch die latenten Herde des Kiefers zu
entfernen, die bereits herdwirksam sind oder werden können,
Mit der restlosen Entfernung des avitalen Zahnes samt seiner Wurzel(n) darf der
zahnärztliche Eingriff nicht beendet werden. Die Alveole - das Zahnfach des
Kiefers - ist gründlich bis auf den gesunden Knochen auszubohren. Nur so werden
Restostitiden oder seitenständige Granulome verhütet. Nicht nur der Zahn ist der
Herd, sondern auch der ganze Zahnhalleapparat.
Für den ursächlichen Zusammenhang zwischen Herd- und Tumorgeschehen haben die
Untersuchungen in unserer Klinik eine Reihe von Belegen zu erbringen vermocht.
Besonders anschaulich sind die Ergebnisse, die mit Hilfe des „Infra-Rot-Testes"
(Thermographie) gewonnen wurden. Jeder entzündliche Krankheilsherd erzeugt auf
der zugehörigen Hautoberfläche eine krankhafte Zunahme der Infra-Rot-Strahlung
(= der „IR-Strahlung"), die jeweils um so kräftiger ist, je stärker der
zugehörige Herd gerade aktiv ist. Mit Hilfe eines InfraRot-empfindlichen-Meßgerätes (= des IR-Toposkops
nach SCHWAMM) kann die Stärke dieser Strahlung laufend verfolgt werden. Wir
haben nun festgestellt:
- dass die Strahlungsintensität wurzeltoter Zähne und die Strahlungsintensität
des Tumorbereichs sich in der Regel gleichsinnig verhalten,
- dass also beispielsweise einer Abnahme der 1-R-Aktivität der Gebissherde nach
der Sanierung
- Jeweils eine Abnahme der Infrarot-Abstrahlung über den Tumorzonen parallel zu gehen
pflegt.
Wie schon in früheren Arbeiten erwähnt, haben 98 Prozent unserer erwachsenen
Krebskranken bei Aufnahme in die Klinik zwei bis zehn pulpentote Zähne, damit
also ebenso viele der gefährlichsten Giftfabriken in ihrem Körper, und dies,
obwohl seit Jahrzehnten immer wieder auf die Gefahren hingewiesen wird, die mit
jeder konservierenden Wurzelbehandlung (Avitalisierung) zwangsläufig verbunden
sind.
So bitter es vielleicht auch sein mag, auf Herden sitzende, wertvolle Kronen
oder Brückenpfeiler samt den dazu gehörigen oft kostbaren Prothesen opfern zu
müssen, es muß als die einzige überhaupt mögliche Alternative in Kauf genommen
werden, weil erfahrungsgemäß die Heilungschancen des Krebskranken -
wie auch die jedes anderen chronisch Erkrankten - dadurch bedeutend verbessert
werden können.
Auswirkungen der Zahnherde
Es hat sich gezeigt, dass es vier Wege gibt, über die sich Zahnherde auf den
Organismus auswirken und zur Entstehung der Zweitschäden beitragen können.
1. Der „neurale" Weg
Wenn sich an irgendeiner Stelle des Transit-Mesenchyms ein „Herd" entwickelt,
wird dieser Vorgang von den nervalen Endorganen des Herdbereichs in die
zuständigen Zentren des Nervensystems projiziert. Die von einem Herd bzw.
Störfeld ausgehende Irritation kann unter bestimmten Voraussetzungen den
Mechanismus einer Neuralen Dystrophie zur Auslösung bringen, was sich durch
lokalisierte Fernwirkungen in anderen Bereichen, aber auch als dystrophische
Allgemeinstörung bemerkbar machen kann. Allen diesen Erscheinungen liegen
depolarisierende Vorgänge in den betroffenen Nervenzellen und in den ihnen
nachgeordneten Geweben der Peripherie zugrunde, wie dies schon in den fünfziger
Jahren von FLECKENSTEIN und ERNSTHAUSEN nachgewiesen worden ist. Durch
Ausschaltung des Primärherdes können die betroffenen Gewebe wieder repolarisiert
werden. Das eklatanteste Beispiel einer Repolarisation ist das sog.
„Sekundenphänomen".
Ferdinand HUNEKE, der Begründer der Neuraltherapie, hat vor etwa vier
Jahrzehnten die Entdeckung gemacht, das durch Einspritzung eines nervbetäubenden
Mittels an einen Primärherd die von diesem Herd in anderen Organen induzierten
krankhaften Fernwirkungen augenblicklich symptomlos gemacht werden können. Diese
als Sekunden-Phänomen bekannt gewordene Wirkung setzt in typischen Fällen bereits
wenige Sekunden nach der Einspritzung ein und hält Stunden bzw. Tage an. Die
Besserung stellt sich jedoch nur bei
jenen Fernstörungen ein, für deren Entstehung der betäubte Herd verantwortlich
ist. Das Sekunden-Phänomen ist von vielen Untersuchern - so beispielsweise von
ASCHNER, GLASER, PISCHINGER u. a. - nachgeprüft und bestätigt worden.
Durch die Neuraltherapie kann nur die neurale Auswirkung eines Herdes beseitigt
werden. Deshalb muß auch in den Fällen, wo die Neuraltherapie Erfolg brachte,
der Herd beseitigt werden, um die latent verlaufende, toxische oder allergische
Wirkung des Herdes auszuschallen. Umgekehrt müssen selbstverständlich auch jeder
operativen Sanierung desensibilisierende und neuraltherapeutische Maßnahmen
folgen.
Die einzige Ausnahme von dieser Regel betrifft beispielsweise blande Narben oder
sonstige nicht entzündlich veränderte Stellen, die sich durch ausschließlich
neurale Fernwirkung bemerkbar machen, ohne gleichzeitig auch toxische,
mikrobielle oder allergische Sekundär-Phänomene hervorzurufen. Diese rein neural
wirksamen Herde werden als Störfelder bezeichnet. R. VOLL und F. KRAMER haben
neurale Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Körperperipherie zu sichern
vermocht. Wie sie berichten, steht jeder einzelne Zahn mit bestimmten Organen in
neurovegetativer Korrespondenz. (Siehe Abbildung)
2. Der „toxische" Weg
Die toxische Wirkung der Zahnherde dürfte für den Gesamtorganismus noch
bedeutsamer sein als die neurale Störwirkung. Der Mechanismus dieser toxischen
Fernwirkung und die Art der dabei beteiligten Toxine sind weitgehend
aufgeklärt worden,
Als Pulpengifte bezeichnet man generell die gangränösen Inhaltsstoffe der
Pulpenhöhle und Ihrer Nebenräume, die bei entzündlicher Einschmelzung und
fauliger Zersetzung des bakteriell infizierten Zahnmarks gebildet werden. Die
Pulpengifte sind zweifellos echte Leichengifte (Nekrotoxine). Sie können daher
definiert werden als Gemisch körpereigener und körperfremder (nämlich
mikrobieller) Eiweißstoffe, sowie der hoch- und niedermolekularen Abbaustufen,
die bei deren fermentaliver Zersetzung gebildet werden.
KELLNER definiert die Herdtoxine als organische oder anorganische Stoffe, die
vom Organismus weder entgiftet, noch durch entzündliche Reaktionen abgebaut und
zur Ausstoßung gebracht werden können und die daher oft im Bindegewebe
eingelagert werden.
SPRETER von KREUDENSTEIN hat sich, angeregt durch Untersuchungen amerikanischer
Forscher, mit dem Stofftransport in der Hartsubstanz des Zahnes befaßt. Er fand,
das Heilmittel vier bis fünf Stunden nach Anwendung in den Querkanälchen
wurzeltoter Zähne in einer Konzentralion nachweisbar sind, die nur wenig
geringer ist als im Blut. Daß der Stoffaustausch aber auch in umgekehrtem Sinne
vor sich gehen kann, ist erst kürzlich von BARTELSTONE (USA) und DJERASSI
(Bulgarien) mitgeteilt worden. Wenn Radio-Jod (J-131) in den mit Amalgam
abgedichteten Wurzelkanal eingeschlossen wird, kann es 20 Stunden später im
Szintigramm der Schilddrüse nachgewiesen werden. Ebenso
können Farbstoffe aus dem abgedichteten Wurzelkanal und durch die Querkanälchen
in Wurzelhaut, Mandeln und Lymphknoten des Halsbereichs ausgeschwemmt werden.
Alle diese Ergebnisse beweisen eindeutig, das auch im wurzeltoten Zahn ein
ungehinderter Stoffaustausch von innen nach außen und umgekehrt vor sich gehen
kann. Auch die Pulpengifte, die in den nicht erfaßbaren Nebenräumen des
Wurzelkanals und in den Querkanälchen der Hartsubstanz des avitalen Zahnes
verblieben sind bzw. darin laufend weiter entstehen, werden sich also
ungehindert im Organismus verbreiten und auswirken können.
Identität und chemische Natur der Nekrotoxine sind vor allem durch die Münchener
Arbeitsgruppe SCHUG-KÖSTERS, HILLER und GAEBELEIN aufgeklärt worden.
Über die pathogene Bedeutung dieser „Endotoxine" haben die Untersuchungen der
Arbeitsgruppe EGER-MIEHLKE in Göttingen Klarheit geschaffen. Sie hat geprüft,
welche Veränderungen sich im gesunden Versuchstier ergeben, wenn genau
definierte, kleinste Mengen der Endotoxine eines Granulom-Beutels eingespritzt
werden.
- Die einmalige Injektion einer Kleinstdosis dieser Stoffe scheint eine
Abwehr aktivierende Wirksamkeil entfalten zu können.
Bei mehrmaliger Injektion beginnen sich schwere Leberschäden bemerkbar zu
machen, die innerhalb von Wochen den Tod der Versuchstiere zur Folge haben.
Neben den tödlichen Leberschäden fanden sich bei den Versuchstieren entzündliche
und degenerative Veränderungen in allen Organen, vor allem in
Gefäßen, Gelenken und Muskeln,
Die Versuche EGERs haben erstmals eindeutige experimentelle Beweise dafür
erbracht, das durch Herdgifte Krankheilsvorgänge ausgelöst werden können, die
dem klinischen Bilde typischer Herderkrankungen entsprechen, wie sie uns beim
Chronisch-Kranken, vor allem aber beim Krebskranken, immer wieder begegnen.
Die gefährlichsten unter diesen Pulpengiften sind zweifellos die sog.
Thio-Ather (z. B. das Di-methylsulfid), die bei der oxydativen Desaminierung und
Dekarboxylierung schwefelhaltiger Aminosäuren - z. B. des Cystins und des
Methionins - entstehen, wie dies von GAEBELEIN nachgewiesen wurde.
Bei Versuchsreihen, die in der Ringberg-Klinik durchgeführt wurden, konnte die
BeoBachtung gemacht werden, das bei Patienten mit Zahn- und Mandelherden der
Di-methyl-sulfid-Spiegel des Blutes deutlich erhöht ist Nach gründlicher
Sanierung der Herde geht dieser Giftspiegel des Blutes innerhalb weniger Tage
wieder auf normale Werte zurück. Diese Thioäther sind nicht nur strukturell,
sondern auch wirkungsmäßig engstens verwandt mit Stickstoff-Lost und anderen
„Gelb kreuz"-Kampfstoffen, wie sie im Ersten Weltkrieg zum Einsatz gekommen
sind. Die extreme Toxizität der Thioäther als auch der „Gelbkreuz"-stoffe muß
auf folgende Eigenschaften zurückgeführt werden:
- Sie verhalten sich schwach basisch, also „elektro-negativ", werden daher im Transit-Mesenchym bevorzugt gespeichert.
- Sie sind fett- bzw. lipoid-löslich und haben daher eine ausgesprochene
Neigung. sich in den lipoid-haltigen Gerüststrukturen der Zelle - insbesondere
aber der Mitochondrien — anzureichern. Die Mitochondrien werden dadurch
zerstört, ihre Lipide „denaturiert".
Sie haben das Bestreben, sich mit elektro-posiliven Metallionen zu verbinden, so
z. B- also mit Eisen, Cobalt, Kupfer, Magnesium und vielen „Bio-Elementen", die als Co-Effektoren bzw. Aktivatoren zahlreicher Fermente wirksam
und daher auch von unbedingt lebenswichtiger Bedeutung sind.
- Sie sind äußerst widerstandsfähig gegen Oxydation, können also nur sehr
langsam entgiftet werden und bleiben daher im Bindegewebe liegen.
Diese Eigenschaften charakterisieren die Thioäther als ausgesprochene
Fermentgifte, die nicht nur die aeroben Atmungsvorgänge, sondern auch viele
weitere fermentative Umsetzungen zu blockieren imstande sind. Wie bekanntlich
von WARBURG nachgewiesen worden ist, wird die Zelle durch Zerstörung ihrer
Atmungsfermente in den Mitochondrien gezwungen, sich auf die genetisch ältere
Möglichkeit der Energiegewinnung - nämlich auf den Gärungsstoffwechsel — zu
beschränken. Sie wird dadurch in eine Krebszelle verwandelt. Es folgt daraus, das alle chemischen Verbindungen, welche die
Atmungsfermente der Zelle unwirksam
machen, eine Krebserzeugende Wirksamkeit entfalten, also „Carcinogene" sind,
DRUCKREY (Heidelberg) hat u. a. festgestellt, das für die Umwandlung einer
Normalzelle in eine Krebszelle eine bestimmte Menge — die
„Krebserzeugende" Mindestdosis - eines Carcinogens erforderlich ist. Dabei ist
es ohne Belang, ob diese Giftmenge auf einmal zugeführt wird oder beliebig lange
in beliebig kleineren Dosen, weil Giftwirkungen sozusagen gespeichert werden,
sich also summieren. Für die Entstehung der Spontankrebse des Menschen sind in
erster Linie jene Carcinogene verantwortlich zu machen,
- die schon in allerkleinsten Mengen die Atmungsfermente behindern, ohne
andererseits die Zelle gleichzeitig zu zerstören,
- die außerdem in dieser minimalen Konzentration ständig im Organismus vorhanden
sind, entweder in diesem entstehen oder ihm von außen zugeführt werden, die sich
also während der normalen Lebenserwartung allmählich und unmerklich zur Krebserzeugend wirksamen Gesamtmenge summieren können.
Es gibt schwerlich ein Carcinogen, das diesen Forderungen ähnlich vollkommen
entspricht, wie das als Bestandteil der Pulpengifte nachgewiesene
Diethylsulfid. Aus jedem einzelnen der vorhandenen nervtoten Zähne werden vom
Augenblick des Pulpentodes an ununterbrochen — Stunde um Stunde, Jahr für Jahr -
kleinste, nichtsdestoweniger aber in der Zelle bereits atmungslähmend wirksame
Mengen dieser gefährlichsten aller Gifte in die Blutbahn abgegeben. Ob wir
arbeiten oder uns erholen, ob wir schlafen oder wachen, ständig stehen die
Atmungsfermente unter dem Beschuß dieser Gifte.
Die ständig im Blut kreisenden Pulpengifte ziehen in erster Linie die aktivsten
Gewebe des Organismus in Mitleidenschaft. Je mehr Mitochondrien eine Zelle
enthält, desto stärker wird sie auch durch die Ferment hemmende Wirksamkeil der
Thioäther geschädigt werden können. Gerade die lebenswichtigen Organe
- nämlich Leber, Nervensystem, endokrine Drüsen, Herz und RES bei denen
unter Umständen ein Fünftel der Zellmasse aus
Mitochondrien besteht, werden also
in erster Linie betroffen sein. Je höher der Spiegel der Pulpengifte im Blut
ist, desto schwerer sind auch die Auswirkungen.
Die Pulpengifte können auf dem Blutwege alle Zellen des Organismus erreichen und
in diesen also „Zweitschäden" verursachen, auch die den Organen übergeordneten
Leitsysteme stören, wodurch es noch zu einer zusätzlichen Schädigung der Organe
kommt.
Die enge räumliche Verflechtung der Lymphgefäßsysteme des Kopfbereiches bringt
es mit sich, daß die Zellen des Gehirns von den Giften der Kopfherde bevorzugt
und ganz besonders schwer geschädigt werden können. Alle Lymphströme des
Kopfbereichs fließen im Stausee des lymphatischen Rachenrings (im „WALDEYER´schen
Rachenring") zusammen, um entgiftet zu werden. Entzündliche Schwellungen dieses
Bereiches werden zwangsläufig eine Rückstauung der Lymphe zur Folge haben. Mit
den Lymphströmen des Mund- und Rachenbereiches werden aber auch die noch
unverdünnten Pulpengifte aus den Zahn- und Mandelherden in den WALDEYERschen
Rachenring geschleust und im Falle einer Abflußbehinderung durch die Poren der
Schädelbasis in die Lymphräume des Gehirns hinein gestaut. Die organischen
Veränderungen der
Hirnbasis — insbesondere aber der vegetativen Zentren des Gehirns — die MÜHLMANN
(UDSSR) bei Krebskranken regelmäßig gefunden hat, könnten
zwanglos als Folgen einer lebenslänglichen Schädigung durch die atmungshemmenden
Herdtoxine des Kopfbereiches gedeutet werden.
Das Nervensystem wird durch Herdgifte also doppelt in Mitleidenschaft gezogen,
nämlich
- durch die im Herd beginnende aufsteigende Zerstörung der nervalen
Leitungssysteme;,
- durch direkte toxische Schädigung des Nervengewebes. Das Ausmaß der
Zwischenhirnschädigung (Di-encephalose) und der dadurch verursachten vegetativen
Ermüdung des Krebskranken kann man aus den Funktionsausfällen ersehen, die
dadurch hervorgerufen werden:
Die energetischen Impulse aus dem Zwischenhirn, die mit dem Elektro-Akupunktur-Gerät nach VOLL gemessen werden können, sind beim Herdkranken vermindert. Der vegetative Tonus ist erschlafft, im Sinne einer
„Regulationsstarre" entgleist und zwar beim Carcinom-Kranken im Sinne einer
Vagotonie, beim Sarkomkranken im Sinne einer Sympathikotonie. (REGELSBERGER,
GRATZL-MARTIN, RILLING u. a.) - Regulation (und Tages-Rhythmus) des
Säure-Basen-Haushaltes sind verloren gegangen. (SANDER)
- Auch die Regulation des Zucker-, Cholesterin- und Mineral Stoffwechsels und
vieler anderer Stoffwechselgrößen ist weitgehend eingeschränkt. (HINSBERG)
Die vegetativen Ausfallserscheinungen bleiben selbstverständlich nicht ohne
Einfluß auf den seelischen Zustand des Kranken. Der vegetativen Dystonie geht
daher in der Regel auch eine neurasthenische Dystonie parallel.
3. Der „allergische" Weg
Die Giftwirkungen der Thioäther überschneiden sich mit den Folgen, die von
höher molekularen Pulpengiften hervorgerufen werden, so beispielsweise
- von den denaturierten Eigenproteinen des Herdes
-
von den mikrobiellen Fremdproleinen
- von den Halbproteinen und Polypeptiden. die bei deren Spaltung gebildet
werden
- von deren Reaktionsprodukten
Diese Proteine und Halbproteine wirken als Antigene und können daher auch die
Bildung von Immunkörpern provozieren, wobei sie den Organismus allergisch
sensibilisieren. Dieser Vorgang ist nicht auf den Bereich des Herdes begrenzt,
er kann die Gesamtheit des Organismus in Mitleidenschaft ziehen. Auch die im
Blut kreisenden Thioäther haben u. a. die sehr gefährliche Eigenschaft,
normale Zellbestandteile denaturieren zu können, wobei diese ihre arteigene
Struktur verlieren und in Stoffe mit antigenen Eigenschaften verwandelt werden.
Von der antigenen Umwandlung sind viele Bestandteile der Zelle gleichzeitig
betroffen. Gegen alle diese Stoffe werden daher Antikörper gebildet, was
letztendlich die Zerstörung der Zelle zur Folge hat.
Man bezeichnet diesen Abiaul als Autoimmunisierung und dessen Auswirkung als
Autoaggression. Da die Organ zerstörenden Antikörper bzw. Abwehrfermente durch
die Nieren ausgeschieden werden, können sie mit Hilfe der „ABDERHALDENschen
Reaktion" im Harn nachgewiesen werden. Wir können auf diese Weise meist
objektivieren, welche Organe Zweitschäden erlitten haben. (AB- DERHALDEN,
DYCKERHOFF U. a.)
Das Ausmaß der Zweitschäden kann aber auch indirekt durch Vaccinebehandlung
sichtbar gemacht werden. Die Anwendung von desensibilisierenden Impfstoffen, die
aus Herdgiften hergestellt sind, kann von Reaktionen in allen durch Zweitschäden
betroffenen Organen begleitet sein, die sich durch entsprechende lokale und
allgemeine Symptome bemerkbar machen.
Diese Beobachtungen und Erfahrungen lassen erkennen, daß die Entstehung der
Krebskrankheit über die Zweitschäden engstens mit dem fokalen Geschehen
verbunden sein muß.
4. Der „bakterielle" Weg
Die bakterielle Aussaat dentaler Primärherde verläuft in der Regel mit kaum
merklicher Symptomatik und kann die Bildung von „Sekundärherden" in anderen
Organen zur Folge haben. Dazu gehören die Herde der Nasennebenhöhlen, der
Gallenblase, des Blinddarms, der Prostata und des Nierenbeckens usw.
Vor allem kommt es durch eine bakterielle Aussaat auch zu Mikroherden in den
Venen, die zu Mikrothromben führen und bei einer weiteren Belastung Thrombosen
und Thrombophlebitiden mit evtl. Embolien zur Folge haben können. Die beim
Krebskranken so häufig auftretenden Thrombophlebiliden und Thrombosen, als deren
Ursache man allgemein die gestörte Stoffwechsellage bei der Krebserkrankung
ansieht, sind nicht nur durch eine Dyskrasie des Krebskranken bedingt, sondern
auch Auswirkungen der Zahnherde.
SHAKOW, Moskau, hat in Zusammenarbeit mit mehreren Kliniken eine interessante
Untersuchung an über 1200 jugendlichen Internatszöglingen durchgeführt. Die
Schüler mit avitalen Zähnen hallen in den sechs Jahren dreimal so viele
Erkrankungen mit klaren Organbefunden wie die Schüler mit vitalen, gesunden
Gebissen. Durch die Entfernung der avitalen Zähne konnten bei diesen
jugendlichen Patienten bis 80 Prozent aller Erkrankungen ausgeheilt werden. Auch
wir können bestätigen, daß die Sanierung der primären Kopfherde häufig eine
Ausheilung der Sekundärherde - z. B. chronischer Entzündungen irgendwelcher
Art - zur Folge hat. Rippenfell-, Lungen-, Nieren- und Venenentzündungen,
sowie Thrombosen und Embolien können bei herdsanierten Patienten weit seltener
beobachtet werden.
Die kausale Bedeutung von Zahn- und Mandelherden für die Entwicklung vieler
innerer Erkrankungen ist seit vielen Jahrzehnten unbestritten anerkannt, so dass
ihr bekanntlich auch therapeutisch Rechnung getragen wird. Um so
unverständlicher — ja geradezu als Kunstfehler! — muß es erscheinen, diesen
wichtigen Kausalfaktor ausgerechnet in der Krebstherapie unberücksichtigt zu
lassen. Ein Kunstfehler ist es zweifellos auch. konservierende Methoden zur
Anwendung zu bringen, die erfahrungsgemäß zwangsläufig gefährliche Herde
entstehen lassen. Wir wissen heute, wie entscheidend der gesamte Organismus
durch Kopfherde in Mitleidenschaft gezogen werden und welche katastrophale
Folgen die Abtötung der Pulpa mit sich bringen kann. Auch der Zahnarzt wird also
künftig nicht mehr umhin können, sich bei seiner Arbeit von den Geboten einer
ganzheitlichen Betrachtungsweise leiten zu lassen und sich stets vor Augen zu
halten, das es keine Wurzelbehandlung gibt, die nicht zwangsläufig auch Herde
setzt.
Die Aufgabe des Zahnarztes ist erst in zweiter Linie eine kosmetische. In erster
Linie sollte sie eine vorbeugende und heilende sein. Nicht die Erhaltung des
Zahnes muss primäres Gebot sein, sondern die Erhaltung seiner Vitalität! Ist sie
nicht mehr zu erreichen, so gibt es nur eine einzige richtige Behandlung: die
sofortige Extraktion! Auch die schönste Goldkrone darf uns - so BIRCHER-BENNER -
nicht darüber hinwegtäuschen, dass der darunter befindliche leblose Zahn nichts
anderes ist, als ein „Leichnam im goldenen Sarge", dessen Verwesungsgifte den
Organismus langsam aber sicher zugrunde richten!
Auch andere Kieferherde, so beispielsweise Ostitiden, Zysten, Fremdkörper,
Zahnfleischentzündungen, Stellungsanomalien können eine Herdwirksamkeit
entfallen. Es ist selbstverständlich, das auch diese Herde und Störfelder
beseitigt werden müssen.
Der Zahnarzt sollte immer dessen eingedenk bleiben, daß er, wie kein anderer,
berufen ist, durch verantwortungsbewußtes, vorausschauendes Handeln dazu
beizutragen, der Entwicklung chronischer Erkrankungen vorzubeugen und vor allem
die Krebsgefährdung entscheidend zu vermindern!"
Soweit auszugsweise die Erfahrungen von Dr. med. Joseph Issels.
Liebe Leser, Kollegen und Mediziner:
Nachfolgend finden Sie wichtige Infos im Zusammenhang mit dem Thema
Zahnherde:
|
Bezügl. der nachfolgenden Veröffentlichungen: |
Herpesviren bei endodontischen Erkrankungen: Assoziierung des Epstein-Barr-Virus
mit irreversibler Pulpitis und apikaler Parodontitis
Zahnherde -
Artikel
- Zahn-Onlne.de, Fachinfo
11/2008
Herpesviruses in Endodontic Pathoses: Association of Epstein-Barr Virus with
Irreversible Pulpitis and Apical Periodontitis
Zahnherde
Abstract
Journal of Endodontics, Articles in Press, published online 03 November 2008
Epstein-Barr-Virus und
orale Erkrankungen
Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal of Endodontics, hat eine
Verbindungen zwischen dem Epstein-Barr-Virus und dem Mikroorganismus entdeckt,
der irreversible Pulpitis und apikale Parodontitis verursacht.
Zahnherde
Artikel
-
ZWP-Online, 11/2008
Die "Schlacht im Mund":
80–95% der Bevölkerung sind mit EBV infiziert
Zahnherde
-
Artikel
-
Zahnarztpraxis MR Prof. Dr.Otmar Seemann,
Wien
Epstein-Barr
virus in oral diseases
Zahnherde
-
Fulltext -
Slots J et al.: J Periodont Res 2006; 41: 235-244; (Pdf. Dokument)
Die unsichtbare Gefahr: Zahntoxine und
Enzymhemmung
Zahnherde
Artikel
- Dr. Johann Lechner, München
www.CFS-Center.de : Das chron. Erschöpfungssyndrom könnte auch Ihr Thema sein!
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